THERMAL IMAGING*

 Wir machen sichtbar, was dem Auge verborgen bleibt.

 

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Der Einsatz thermographischer Bildtechniken hat sich im Rahmen der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung in vielen Industriebereichen erfolgreich etabliert. Nach zahlreichen Praxistests sowie Versuchen mit verschiedenen Werkstoffproben haben wir uns entschlossen, diese Technik auch im Zuge unserer Inspektionen als Standardverfahren einzusetzen.

Gerade bei GFK- oder Holzbauweise kann der Zustand eines Rumpfes mittels herkömmlicher Verfahren wie Ultraschall- oder Feuchtemessung oftmals nicht zweifelsfrei beurteilt werden. Da hier die Messpunkte in der Regel nach einem Raster festgelegt werden, besteht immer wieder das Risiko, dass ein schadhafter Bereich in einem "blinden Fleck" liegt.

Bei einer thermografischen Analyse hingegen können grössere Verdachtsbereiche vollflächig erfasst werden. Delaminierungen, Wassereinschlüsse oder verdeckte Reparaturstellen können so an Hand der Unterschiede in der Wärmesignatur effektiv identifiziert werden. Im Nachfolgenden finden Sie eine kleine Auswahl der unterschiedlichen Einsatzzwecke.

Identifikation von Laminatschäden an GFK Booten

Wie jedes andere Material, welches im Yachtbau verwendet wird, unterliegt auch GFK einem gewissen Alterungsprozess und ist dabei - je nach Einsatzgebiet - unterschiedlich belastenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wie gut ein Boot diesen Einflüssen widerstehen kann, hängt von verschiedenen Einflussgrössen ab: etwa der Qualität des Gelcoats, dem Laminataufbau oder dem verwendeten Harz-System.

Risse im Gelcoat oder schlecht installierte Borddurchlässe und Luken können dazu führen, dass Wasser in das Laminat eindringt, was zu Delaminierungen und damit Schwächungen der Rumpfstruktur führen kann. Aber auch ohne äussere Einwirkungen ist jedes Gelcoat bzw. jeder Deckanstrich in einem gewissen Maß porös und erlaubt so das Eindringen von Feuchtigkeit.

Gesondert zu erwähnen sind hier auch Boote mit Aussenbordmotoren, die durch unsachgemäße Befestigung des Motors regelmäßig erhebliche Spiegelschäden aufweisen, bei denen der Kernaufbau des Laminats oft irreparabel zerstört ist und nur mehr teure Komplettsanierungen als Reparaturmaßnahme in Frage kommen.

Mit Hilfe eines Wärmemebild-Scans können wir  Rumpf und Aufbauten auf verdächtige Anomalien hin überprüfen, wobei auch aktive Thermografiemethoden zum Einsatz kommen.







Bsp 1: Grossflächige Reparatur an einer Segelyacht

Bsp 2: Feuchteschaden rund um Trimmklappenzylinder

Bsp 3: Delaminierung im Bugbereich


Osmose Identifizierung

Osmose ist ein Begriff, bei dem so manchem Eigner der Schreck in die Knochen fährt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um einen Feuchteschaden, der in Verbindung mit chemischen Reaktionen zwischen Salzen und Harz dazu führt, dass das Laminat punktuell zersetzt wird und sich im fortgeschrittenen Stadium durch sogenannten "osmotischen Druck" Blasen im Gelcoat bilden.

Osmose kann sich auf einzelne Bereiche beschränken oder auch das gesamte Unterwasserschiff betreffen. Je nach Ausbreitungs- und Fortschreitungsgrad können Osmoseschäden daher auch sehr aufwändige und teure Sanierungsmaßnahmen erforderlich machen. Wobei neben dem Kostenaufwand auch schon mal ein Nutzungsausfall über zwei Saisonen gegeben sein kann, da für eine fachgerechte Sanierung der Rumpf erst austrocknen muss.

Insbesondere mittels aktiver Thermografie können auch solche punktuellen Feuchteschäden an Hand ihrer Wärmesignatur aufgespürt werden und mittels geeignerter prophylaktischer Maßnahmen teure Komplettsanierungen des Unterwasserschiffs vermieden werden.

Überprüfung von Maschinenanlagen

Die Maschinenanlage ist das Herzstück jeder Yacht und gleichzeitig auch ein entscheidendes Sicherheitssystem an Bord. Um so wichtiger ist es, stets darauf zu achten, dass ihre volle Einsatzfähigkeit gewährleistet ist. Verstopfte Seewasserfilter, poröse Impeller oder Korrosionsschäden an Wärmetauschern und Kühlleitungen können schnell dazu führen, dass die Kühlleistung herabgesetzt wird und teure Schäden die Folge sind. Darüber hinaus kann der Ausfall eines Motors auch den Ausfall oder (bei Doppelmotorisierung) zumindest eine starke Einschränkung der Manövrierfähigkeit bedeuten, was insbesondere bei Schlechtwetterlagen zu einer Gefahr für die gesamte Besatzung werden kann.

Durch eine genaue thermische Analyse ihrer Maschinenanlage können wir verdächtige Komponenten lokalisieren und rechtzeitig vorbeugende Wartungs- bzw. Reparaturmaßnahmen vorschlagen.

Überprüfung von elektrischen Bordsystemen

Moderne Hochleistungsakkumulatoren haben ohne Zweifel ihre Vorteile. Lange Bucht-Aufenthalte werden auch ohne ständigen Betrieb des Generators möglich und die Kühlschränke liefern dabei zuverlässig erfrischende Getränke. Doch gleichzeitig werden Lade- und Batteriemanagementsysteme immer komplexer und können bei mangelhafter Wartung mitunter auch ein erhöhtes Brandrisiko darstellen. Bei älteren Booten finden sich zudem auch regelmäßig korrodierte Leitungen oder Steckverbinder, die ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Schadenpotential bzw. latentes Sicherheitsrisiko darstellen.

Durch regelmäßige, thermografische Überprüfung der elektrischen Anlagen können etwaige Überhitzungsprobleme lokalisiert und potentielle Probleme vermieden werden.